Von einem Wohnzimmer in der Stadt und einer ungeklärten Frage

 

Liebe Blogleserin, lieber Blogleser,

Wer St Gallen kennt, kennt auch die roten Plätze inmitten des Stadtzentrums. Fast zwei Jahre habe ich hier die Schulbank gedrückt und habe mich doch nie nach dem Grund für diesen blutigen Gummiteppich gefragt. Obwohl mein Beweggrund neulich nach St Gallen zu gehen kein freudiger war, war es für mich der Auslöser um nachzuforschen.

 

Rot für Gemeinsamkeit

Man nennt ihn auch Stadtlounge, den blutroten Platz inmitten der St Gallen. Hier, bei den mit Gummigranulat überzogenen Tischen und Bänken, soll man sich begegnen. Ein öffentliches Wohnzimmer zu schaffen, dass war das Ziel der Künstlerin Pipilotti Rist und des Architekten Carlos Martinez.

Und wie viele andere auch, habe ich ebenfalls  schon hier gessessen, gegessen und die Sonne genossen. Trotzdem frage ich mich, wieso genau rot ?

 

Pipilotti Rist hat darauf eine ganz eigene Antwort. Für sie ist rot nicht nur die Farbe der Furchtlosigkeit, sondern es erinnert sie an ein monatliches "Geschenk" der Natur an die Frau. Ein Symbol das, wie sie sagt, von Gesundheit zeugt und zu sagen scheint: alles funktioniert.

Mit diesem "Urgedanken" der Farbe Rot möchte sie, dass wir unsere Angst vor rot abbauen; Gedanken an schlimme Verletzungen, traumatische Unfälle und Tod. Und sie möchte, dass wir unseren Blick für einen gemeinsamen, zivilisierten Raum schärfen. Denn im Vergleich mit der roten Stadtlounge fällt uns auf, wie (ungesund) grau die Wolkenkrater der Stadt eigentlich sind. >> Zum kompletten Interview

 

Shopping in St Gallen

 Ein Ärgernis war halbwegs mein Beweggrund nach St Gallen zu fahren, zum anderen wollten meine Mum und ich einen entspannten Tag in der Stadt verbringen. Denn obwohl ich aufgrund meiner dort verbrachten Schulzeit bei der Erwähnung von St Gallen stets einen unguten Beigeschmack habe, ist es eine herrliche Stadt für einen kleinen Shoppingbummel.

Kennst Du dieses unangenehme Gefühl, welches einem beim Besuch des Schulortes beschleicht?

 

Jedenfalls bestand das Ärgernis, von welchem ich bereits zu Beginn sprach darin, dass ich Bücher für mein Studium lesen musste und da ich gerne vorzeitig mit einem Auftrag fertig bin, habe ich die fünf Werke für eine Präsentation bereits gelesen, sorgfältig recherchiert und niedergeschrieben. Und dann der Hammer; nach drei Monaten kam die Mitteilung, das vier dieser Werke nicht zugelassen wären. Sie wären lediglich Trivialliteratur. Also musste ich mir auf die schnelle literarische Werke anschaffen - juhuu. Neben einigen Büchern eines Freundes, habe ich mir noch weitere gekauft, welche mich persönlich interessierten. Aber dabei ist bei mir die Frage aufgekommen,

 

Was macht ein literarisches Werk aus?

 Es wäre schön, Dir jetzt eine kurze und knackige Antwort zu geben. Leider ist die Sache alles andere als einfach und ausgesprochen ausschweifend.Grob gesagt kann man Texte, die der Literaturbesprechung viel Angriffsfläche für Analysen gibt und Sprachwerke sind, welche die Menschheit besonders beschäftigen, als Literatur bezeichen.

 

Für mich keine befriedigende Antwort. Doch leider scheinen sich auch die Experten darüber völlig uneinig, denn die Literaturdiskussion erstreckt sich nämlich schon über Jahrhunderte.Literatur kann klar in drei Gattungen Lyrik / Dramatik und Epik eingeteilt werden, aber auf die Frage, was ein literarisches Werk ausmacht oder was als solches bezeichnet werden darf, gibt es im www keine eindeutige Antwort.

 

Literatur unterliegt wie vieles in unserer Welt dem Wandel der menschlichen Interessen, folglich ist es unmöglich, stabile, inhaltliche Kriterien aufzustellen. Somit kann man eigentlich nur die obige Definition darum erweitern, das literarische (Meister) Werke nicht nur beschäftigende Sprachwerke mit viel Analyseraum sind, sondern auch je nach Kultur und Interesse unterschiedlich eingeteilt werden. Man könnte sagen, Literatur liegt genauso wie Schönheit im Auge des Betrachters - oder im diesem Fall des Lesers.

 

Von mühsam über zäh bis fesselnd

Mühsam und zäh. - So habe ich im Deutschunterricht literarische Werke bisher empfunden.

Der Besuch der alten Dame - als Film amüsant, als Buch.. Dürrenmatts trockenen Humor in allen Ehren, ein Werk aus dem Theaterbereich zu lesen, ist ungewohnt und mühsam. Trotzdem habe ich dies als eines der besseren Stücke aus der Gattung Dramatik empfungen.

Auch Dürrenmatts Physiker haben mir zumindest auf der Filmleinwand zugesagt, wohingegen die schwarze Spinne mir mit einem Schauer im Gedächtnis geblieben ist. Ich habe riesige Angst vor Spinnen und diese scheussliche Szene, in welcher die Spinne zutage kam, schenkte mich mit dem ein oder anderen Albtraum.

Ebenso ist Nathan der Weise ein Theaterstück, welches ich eigentlich lesen wollte, aber... Wieder sind wir bei mühsam und zäh - weshalb ich es schlussendlich zur Seite legte.

Den Schimmelreiter kenne ich schon, aber einen zweiten Trip durch dieses Buch? Muss nicht unbedingt sein...

 

In Hoffnung, dass Literatur aufgrund der gewählten Bücher einen besseren Eindruck bei mir hinterlässt, werde ich Dir bald meine Meinung über die auserwählten (und sogar "erlaubten") literarischen Werke verraten!

 

 

Und bis dahin - lass mir doch Deine literarischen Hassobjekte aber auch Favourites in den Kommis!

Bis bald & auf wiederlesen!

Janine

 

 

Bild via St. Gallen - Schweiz Tourismus


Kommentar schreiben

Kommentare: 6
  • #1

    Christine (Dienstag, 22 August 2017 07:02)

    Da ich selbst zwei Jahre lang im Deutsch LK saß, kenne ich Dürrenmatt leider nur zu gut... dummerweise musste ich den davor schon mal durchnehmen und habe den letztlich in meiner Schulzeit echt doppelt und dreifach durchgesprochen. Sowohl den Film, als auch das Buch. Und natürlich diverse Werke! Den Besuch der alten Dame fand ich immer grauenhaft...
    Da war mir der Schimmelreiter ja noch lieber!
    Wir hatten zum Glück eine sehr gute Lehrerin, die uns noch für den langweiligsten Stoff begeistern konnte. Aber so gern ich lese und so gern ich Bücher mag, viele klassische Werke halte ich schon für ein bisschen überbewertet... ;)

    Ich war im Französisch sogar schriftlich recht gut! Aber wir haben nie wirklich viel im Unterricht das Reden geübt, entsprechend konnte ich dem Model dann zwar eine Dankesmail schreiben, habe beim Shooting aber schon zum großen Teil Englisch gesprochen. Schade drum, man vergisst so etwas viel zu schnell.

  • #2

    Alena (Donnerstag, 24 August 2017 14:38)

    wie cool! Ein toller Beitrag! Ich studiere unter anderem Literatur, weiß also genau was du meinst :D

    Hab eine schöne Woche!

    Liebst,
    Alena
    lookslikeperfect.net

  • #3

    Carrie (Freitag, 25 August 2017 06:19)

    Ich danke dir für deinen interessanten Beitrag meine Liebe!
    http://carrieslifestyle.com

  • #4

    Christine (Samstag, 26 August 2017 11:23)

    Oh Gott... das tägliche Pendeln zur Schule stelle ich mir mit dem Zug erst recht so richtig grausam vor! Mich nervt es ja schon, dass ich wirklich jedes Mal Probleme habe und sooo viel Zug fahre ich dann gar nicht. Super nervig!

    Man ist irgendwie beim Reden in einer fremden Sprache anfangs oft auch so nervös oder gehemmt, dass die Sätze nie so toll und richtig wie man sie im Kopf hat raus kommen wollen...!

  • #5

    amely Rose (Samstag, 26 August 2017 14:25)

    Die Bilder sind mal wieder wirklich toll.
    Ich verstehe dich da absolut, so pendeln finde ich auch echt nervig, vor allem zu Berfusverkehrzeiten. Super, dass ich auf's Land gezogen bin - da ich nicht so der Stätde-Mensch bin....langes pendeln Ahoi!

    schau gerne auf meinem <a href="https://amelyrose.com/">BLOG</a> vorbei und auf <a href="https://www.instagram.com/amely_rose/">INSTAGRAM</a>

  • #6

    laura (Montag, 28 August 2017 13:39)

    Ein wunderbares, casual Outfit!;)
    Ich freue mich auf mehr.
    Ich grüße Dich diesmal aus Thailand, ab morgen geht es 10 Tage in ein Buddhistisches Kloster. Mein letzter Blog Eintrag ist über Malaysia, ich freue mich auf deine Worte, eine liebe Umarmung Laura.