Die Schreibblockade des Grauens #Gedankenbrösmeli

 

Seit ich an einem grauen Samstagmorgen im Zug von einer Gratiszeitschrift dazu inspiriert wurde Tagebuch zu schreiben, stelle ich mir Fragen; Muss ich dem Tagebuch einen Namen geben oder machen das nur Teenies, die daraufhin mit Lobeshymnen über ihren Schwarm Seiten füllen? Und was schreibt man in ein Tagebuch? Wie mein Tag so war oder welche intimen Gefühle ich hege?

 

Das Internet weiss alles!; So mein Freund aus Schulzeiten. Er lernte dank Youtube Mails zu verfassen - Bedienungsanleitung? Das ist was für Anfänger! Also ab zu dem Allwissenden: Google - Wie schreibt man ein Tagebuch? Worüber schreibt man in einem Tagebuch? Welche Fragen sollte man sich täglich stellen?

Obwohl meine Fragen eigentlich  nach einer simplen Antwort schreien, war das richtige Ergebnis aber irgendwie nicht dabei. Ich weiss nicht, ob ich jeden Tag tiefgründige Fragen zu mir beantworten kann oder will. Und was noch viel ausschlaggebender für meine Tagebuch-Schreibblockade ist: Als Studentin erlebe ich nicht jeden Tag etwas Spannendes, das ich erzählen könnte!

 

Aber auch mein ehemaliger Lehrer hat uns geraten, jeden Tag die rumschwirrenden Gedanken niederzuschreiben. Als Schreibtraining mit dem netten Effekt, dass man sich und seine Umwelt bewusster wahrnimmt. Und es wäre schön, später darauf zurück zu blicken. Momente der Glückseligkeit zu konservieren. Viel zu oft denke ich heute an Momente aus meiner Kindheit, welche ich damals nicht zu schätzen wusste und nicht ausgiebig genug genossen habe.

 

Aber schlussendlich mit dem Schreiben ist es manchmal wie mit dem Reden;
Wenn man etwas Kluges beitragen will, fehlen jegliche Worte..

 

Ein kleines Diy am Rande..

Seit ich obigen Text geschrieben habe, sind schon zwei, drei Monate vergangen. Trotzdem hat mich dieses Gefühl, gerne Tagebuch zu schreiben, nicht losgelassen. Inzwischen habe ich die für mich perfekte Lösung gefunden. Zuerst war dies ein DiY-Q&A Book. Vielleicht kennen es einige von den amerikanischen Youtuberinnen, aber es ist auch in einigen Online-Shops erhältlich, hier in der Schweiz beispielsweise bei exlibris.

Dennoch wollte ich kein Buch bestellen, angesichts der vielen Notizbücher, welche sich in meinem Regal stapeln. Ich sammle schöne Notizbücher wie andere Briefmarken, Schuhe oder Panini-Bilder. Also habe ich mir einfach ein DiY-Q&A Journal gemacht. Die Fragen dazu habe ich auf Pinterest gefunden, hier kannst Du sie Dir ansehen. 

So versuchte ich also jeden Morgen einen Satz zum vergangenen Tag zu schreiben. Leider bin ich da wie mit dem Giessen meiner Blumen, ich vergesse es.

Doch vor kurzem hat mich ein Video inspiriert und auf eine - vorerst - perfekte Lösung gebracht: ein Dankbarkeits-Journal. Nichts Neues, ich weiss, und auch wenn ich es warhscheinlich nicht so regelmässig beherzige, habe ich bereits nach einigen Tagen das Gefühl, viel bewusster meinen Tag zu reflektieren. Und ich kann aus den negativen Erlebnissen des Tages das Gute herausfiltern und so quasi die schönen Momente aus dem Tag mehr Gewicht verleihen und sie anhand meiner Worte konserviere. Ich kanns nur empfehlen - und ich hoffe, dass meine Begeisterung bleibt. Ich halte Dich auf dem Laufenden ;)

 

Erinnerungen konservieren

Natürlich gibt es neben Tagebuch-schreiben aber noch tausend andere Möglichkeiten schöne Erinnerungen aufzubewahren, selbst wenn man nicht gerne schreibt. Ich liebe es zum Beispiel auch, Bilder meiner Liebsten, Momente aus den letzten Ferien oder inspirerenden Quotes neben meinem Bett aufzustellen oder auf der Pinnwand über meinem Pult aufzuhängen. Wer es ein wenig exklusiver mag, kann auch ein Fotobuch gestalten. Nach unserem Familien-Ausflug an den Nürnburgring an das Formel 1 Rennen haben wir ein solches von Freunden erhalten und es ist immer wieder schön, durchzublättern und in Erinnerungen zu schwelgen.

Eine weitere Möglichkeit ist, wie es meine Tante immer macht; ein Fotokalender. Darin sieht man dann nicht nur monatlich wechselnde, schöne Eindrücke, sondern kann auch rückblickend lesen, was man gemacht hat - eigentlich ein wenig wie Tagebuch, Fotobuch und Agenda in einem. Und es gibt ja heute sooo viele Anbieter mit so einfachen und vielfältigen Möglichkeiten - der wohl Bekannteste ist Colorfotoservice Cewe.  Persönlich habe ich noch nie damit gearbeitet, aber laut meiner Tante und der Stiftung Warentest ist es ein gutes und einfach zu bedienendes Programm.

 

Jetzt aber zu Dir; Schreibst Du Tagebuch?? Und wie "konservierst" Du schöne Erlebnisse? Kennst Du cewe?

 

Lass es mich gerne in den Kommis wissen! Ich freue mich auch auf andere Inspirationen, um bewusster bzw aufmerksamer durchs Leben zu gehen. Und ansonsten würde ich sagen: Bis bald und auf wiederlesen!

Janine

 


Gedankenbrösmeli - was ist das?

Entwarnung für alle, die über dieses "spezielle" Wort gestolpert sind, nein, das ist kein Schreibfehler sondern Schweizerdeutsch und heisst soviel wie Brotkrümel. Damit meine ich die vielen Gedanken, welche in meinem Kopf wie tausend kleiner Krümel überall herumschwirren / liegen und sich zu nachdenklichen, ironischen oder frei ausgedachten Texten formen. Ob Kurzgeschichte oder Leidensbericht -das ist Gedankenbrösmeli.


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Kommentare: 15
  • #1

    Carrie (Sonntag, 25 Juni 2017 17:52)

    Danke für deinen wundervollen Beitrag
    http://carrieslifestyle.com

  • #2

    bknicole (Sonntag, 25 Juni 2017 18:21)

    In meiner Jugend habe ich regelmäßig Tagebuch geschrieben und bin da heute froh drüber. Auch wenn ich die Einträge etwas peinlich finde und mich gerade darüber amüusiere, ist es doch interessant erneut in die Gedankengänge einzutauchen. Zumal es auch immer interessant ist, über was ich mir da Gedanken gemacht hatte.

    Heute dient mein Blog als Tagebuch, da halte ich auch viele schöne Momente fest und dabei ist das Tagebuch schreiben irgendwie untergangen. Was ich aber toll finde sie solche Bücher wie "Erzähl doch Mal", da werden einem ja ganz viele Fragen zum Leben gestellt. Finde ich auch eine tolle Art, wie man das gesamte Leben noch einmal kurz relektieren kann.

    Danke auch für dein liebes Kommentar.
    Leider Nein, aber das ist ja immer Geschmackssache. Es gibt viele, die mochten die Reihe richtig gerne ;).

    Den Autor kenne ich gar nicht, bin aber auch eher im Krimibereich unterwegs.

  • #3

    Saskia (Sonntag, 25 Juni 2017 22:13)

    Hach Janine, ich habe es gerade so genossen, deine Gedanken über das Tagebuch schreiben zu lesen - und mir ist da mal wieder bewusst geworden, wie viele Arten es gibt ein Tagebuch zu füllen. Ein Dankbarkeitsbuch führe ich mit einer Seite in meinem Bulletjournal auch :) Dort schreibe ich jeden Tag einen Satz rein und finde es wunderbar :)
    Als Teenie mit 13,14 habe ich wirklich meinen ganzen Tagesablauf in mein Tagebuch geschrieben. Danach folgten immer mehr Texte, bis sie tatsächlich ziemlich ähnlich wurden wie meine Blogartikel. Mittlerweile schreibe ich nur noch sehr selten Tagebuch, wahrscheinlich weil ich viele Gedanken direkt in einen Blogtext verpacke :)

    Ich wünsche Dir ein wunderbaren Restsonntag und morgen einen guten Start in die neue Woche!
    Liebste Grüße an Dich! ♥ Saskia von www.demwindentgegen.de 

  • #4

    Nicci (Sonntag, 25 Juni 2017 22:47)

    Tagebuch schreiben ist wohl wirklich eine sehr gute Sache - ich glaube, dass so etwas ein Ventil sein kann für jeden von uns - Nur wüsste ich um ehrlich zu sein auch nicht, wie und was ich schreiben sollte. Für mich persönlich war mein Blog immer so ein Ventil. Wenn mich etwas sehr beschäftigt hat, hab ich es niedergeschrieben, Erinnerungen habe ich auch auf meinem Blog festgehalten (Hat Pros und Contras). Ich blicke gerne zurück und lese mir alte Posts durch von Urlauben, von Erinnerungen oder Momenten über die ich mich aufgeregt habe.

    Liebe Grüße ♥
    Nicci von www.gossip-gaga.blogspot.de

  • #5

    Eva (Dienstag, 27 Juni 2017 17:18)

    Ich habe auch jahrelang Tagebuch geschrieben und bis heute nicht aufgehört - es ist einfach etwas ganz Besonderes! ♥ Danke für den schönen Beitrag!

    Mir gefällt dein Blog übrigens allgemein richtig gut - ich liebe es, wenn jemand mal nicht "nur" Bilder postet, sondern vor allem tiefgründigere bzw. wirklich durchdachte Texte schreibt! Das ist so viel erfüllender und gibt mir immer so viel mehr als "nur" Oberflächlichkeiten! :) Weiter so! <3

    Deine Eva

    https://schreibzeit.wixsite.com/schreibzeit

  • #6

    Bina (Mittwoch, 28 Juni 2017 16:17)

    Ich finde, dass Tagebuchschreiben eine großartige Sache ist. Vielleicht hat man nicht jeden Tag tiefschürfende Gedanken, aber es ist eine tolle Momentaufnahme. Mein Tagebuch ist mittlerweile mein Blog. Und ich gucke dort sehr gerne zurück auf die erlebten Dinge.
    Liebst, Bina von <a href="http://www.stryletz.com/" rel="nofollow">stryleTZ</a>

  • #7

    Claudia (Donnerstag, 29 Juni 2017 14:57)

    how funny this diary thing.. I tried several times but it ended everytime cause I just totally forgot about it and so it wasn't that necessary for me I think. I'M more the type of guy thinking about important stuff and making to-do-lists I want to fullfill very soon :D
    greetings from my tuscany family holiday in italy
    Claudia

  • #8

    Héloise (Donnerstag, 29 Juni 2017 20:15)

    Schöne Idee und toller Text! Ich schreibe zwar nicht so richtig Tagebuch, aber irgendwie bewahrt mein Blog doch viele schöne Erinnerungen so nebenbei mit auf, die wichtigsten Ereignisse jedenfalls und dazu alle Eindrücke und Erinnerungsfetzen, die mir zu den Posts so mitgeliefert werden... darum gucke ich mir auch alte Posts immer mal wieder an =)
    Love, Héloise
    <a href="http://www.omnia-est-vanitas.blogspot.de/">Et Omnia Vanitas</a>

  • #9

    Patty (Donnerstag, 29 Juni 2017 20:31)

    Ich findes es irgendwie immer wichtig Erinnerungen festzuhalten & deshalb mache ich das ganz ähnlich wie deine Tante und erstelle Fotobücher oder drucke meine Bilder anschließend aus. Meistens kann man auf Bildern nicht die schönsten Momente festhalten, aber trotzdem Erinnern sie einen immer wieder daran wie schön das Leben sein kann :) Im schreiben tue ich mich meistens schwer, weil ich das immer wieder vernachlässige.

    Liebe Grüße
    <a href='http://www.measlychocolate.de'>Measlychocolate by Patty</a>
    <a href='https://www.facebook.com/measlychocolate/'>Measlychocolate now also on Facebook</a>

  • #10

    Nicky (Freitag, 30 Juni 2017 10:01)

    Wirklich ein wundervoller inspirierender Post! Ich habe auch einen Blog und das ist mein Tagebuch, ich mache das aus unendlich vielen Gründen, der Hauptgrund: es macht mich einfach glücklich zu schreiben....

    Liebste Grüße, Nicky von www.coconuted.com

  • #11

    Mai (Freitag, 30 Juni 2017 13:21)

    Sehr schön geschrieben und tolle Tipps!
    Ich führe auch "Tagebuch", aber ich nenne es nicht Tagebuch sondern Dankbarkeitsbüchlein. Da schreibe ich jeden Tag rein wofür ich dankbar bin. Wie z.B. "Ich bin sehr dankbar dafür, dass meine Schwester mit ihren Problemen zu mir kommt und mir so viel anvertraut. Ich bin ebenfalls sehr dankbar für die neuen Freundschaften, die sich dank meiner Reise entwickelt haben" usw.
    Liebe Grüße,
    Mai von Monpipit.de

    xox

  • #12

    Neri (Samstag, 01 Juli 2017 09:31)

    Ich spiele lange schon mit dem Gedanken, wieder Tagebuch zu führen. Ich denke, dass erleuchtet mich auf eine Art und Weise. Mein Inneres preiszugeben, niederzuschreiben, reizt mich.

    Neri

  • #13

    S.Mirli (Montag, 03 Juli 2017 09:51)

    Liebe Janine, mein erster Blogbesuch nach meinem Urlaub MUSS natürlich bei dir sein und dann gleich SO ein Beitrag, ich habe das ganz vergessen, ich habe nämlich meine ganze Jugend hindurch wirklich täglich Seiten vollgeschrieben in meinem Tagebuch und ab und zu, wenn ich sie später hervorgeholt habe und wieder die Gedanken meines 13-jährigen Ichs gelesen habe, das ist irgendwie so schön, vielleicht sollte ich das auch wieder anfangen, eine wirklich schöne Idee, vor allem das Dankbarkeitsjounal, sooo lieben Dank für diesen Gedankenanstoß, du bist einfach großartig. Alles Liebe und ganz ganz liebe Grüße in die Schweiz, x S.MirlI!
    http://www.mirlime.com

  • #14

    Melina (Montag, 03 Juli 2017 11:46)

    Ich habe auch immer tagebuch geschrieben, und war dann aber so dumm, dass ich es iwann zerstört habe. Heute ärger ich mich total darüber, weil ich es sooo gerne lesen würde :(

    Toller POST!! <3

  • #15

    Fashionqueens Diary (Sonntag, 03 Dezember 2017 09:44)

    Ich sehe meinen Blog auch als mein Tagebuch an, in dem ich meine Gedanken (meist Kolumnen) teilen kann und mir dabei auch gern den modischen^^ Frust von der Seele schreibe. Und Blockaden hat man immer mal, das sollte man sich nicht so zu Herzen nehmen :)


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