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Diverse Töne Rot

Liebe Leseratten und Buchwürmer,

heute vielleicht kein Griff zum Tee oder Tee sondern zum Hochprozentigen, den wir widmen uns einem Werk, das sowohl fesselnd als auch schockierend zugleich ist - und eventuell ein bisschen Verdauungshilfe benötigt. Diverse Töne Rot ist nicht nur der Bericht einer jungen Frau, die unter Borderline leidet sondern auch ein mitreissender Einblick in diese Krankheit.

 

Das verrät der Klappentext:

Sanny Regen ist dreißig. Viele würden sie als einen ganz normalen Durchschnittsmenschen bezeichnen. Dabei kann sich niemand vorstellen, wie krank sie wirklich ist. In Sannys Leben gibt es keine Grautöne. Schwarz und weiß sind die Kategorien, die ihren Alltag bestimmen, in dem jeder Tag erneut Kampf bedeutet, bei dem sie nicht einen Wimpernschlag lang unaufmerksam sein darf.

 

Manchmal gewinnt sie den Kampf gegen sich selbst, doch viel zu oft gewinnen die Stimmen in ihrem Kopf. Und plötzlich wird ihr bewusst, dass das Schweigen ein Ende haben muss. Sanny beschließt, sich den Dämonen der Vergangenheit zu stellen und ihr Leben in einem Buch zu rekapitulieren. Ein Schrei in die Welt, der ihr sagt, dass sie noch lebt, auch wenn sie dies nicht immer wollte.
Sie beginnt zu verstehen, warum sie heute krank ist und lernt dabei, sich nicht mehr zu hassen für das, was sie ist.

PS: Ich schwöre, das ist keine Schleichwerbung für Starbucks! :P
PS: Ich schwöre, das ist keine Schleichwerbung für Starbucks! :P

Der Inhalt:

"Welchen Sinn hat mein Leben? Seit Monaten schon suche ich nach de Grund meiner Existenz, doch finde ich nur Negatives."

 

Mit diesem Wort beginnt das Buch Diverse Töne Rot. Mithilfe der Figur Sanny Regen erzählt die Autorin von ihrem Leben - und diese war alles andere als rosig! Von Kindheitsbeinen an wird Sanny von ihrem Vater eingetrichtert, dass sie etwas Besonderes sei - eigentlich Nichts, worüber man sich Sorgen machen müsste. Doch der Mann übertreibt es gewaltig; Er stellt seine Tochter als Übermensch dar, besser als alle anderen - vor allem besser als ihr Bruder und ihre Mutter, welche er ausgiebig bestraft und quält. Ein starker Wille ist in seinen Augen unverzichtbar und so drillt er die kleine Sanny mit unmenschlichen Methoden. Eine Szene des Buchs ist mir dabei sehr präsent geblieben. Die Szene, in de Sanny berichtete, dass eine neue Mitschülerin in die Klasse kam, die aussagte, nun in einer Pflegefamilie zu wohnen, da ihr Vater sie geschlagen habe. Anders als die anderen Kinder fragt Sanny nicht nach den Gründen der Schläge, sondern womit er ihr das angetan habe. Ein kleines Detail, dass von einer haarsträubenden Kindheit zeugt.

 

Über Jahre erträgt Sanny die Misshandlungen ihres Vaters, sie ist derart süchtig nach der Anerkennung in seinen Augen, dass sie sich von ihm sogar vergewaligen lässt - nicht die einzige Vergewaltigung, welche sie in ihren Jugendjahren über sich ergehen liess. Erst die Bekanntschaft zu Stefano, ihrem heutigen Freund, bringt eine Wende in Sannys Leben. Dank ihm entkommt sie ihrem zerrütteten Elternhaus und erfährt erstmals wahre Liebe.

 


Mein Fazit:

Man kann sich an diese Stelle fragen: Warum  liest jemand ein Buch mit einer derart schockierenden Lebensgeschichte?

Die Antwort ist für mich einfach: Neugierde. Nicht Neugierde im Sinne wie "Gaffer", die einen Verkehrsunfall beobachten, sondern Neugierde darüber, was hinter der Diagnose Borderline steckt und wie es dazu gekommen ist. Was jemand mit diesem Leiden durchmacht und wie er / sie seinen Alltag meistert.


"Dieses Buch soll ein Zeichen sein für alle, die schweigen. Für alle Opfer, die ein ewiges Geheimnis mit sich führen."

 

Nach der Lektüre brannte mir eine Frage auf der Zunge; Wie geht es der Autorin heute??

Die Antwort ist: (Den Umständen entsprechend) gut; Das Erschaffen von Sanny und das Niederschreiben der Geschichte hat der Autorin geholfen, Abstand zu bekommen. Sie hat nach der Veröffentlichung des Buchs grosse Unterstützung erhalten und konnte anderen Personen mit ähnlichen Lebensgeschichten helfen, was ich super finde! Sie bezeichnet das Verfassen von Diverse Töne Rot als Genesungsschritt und überlegt sogar, eine Fortsetzung zu verfassen. Doch momentan ist sie so zufrieden mit ihrem Leben, dass ihr die Motivation dazu fehlt. Und während man fehlende Motivation grundsätzlich als etwas Negatives anschaut, finde ich es in Sanny's Fall super - es heisst nämlich, dass es ihr gut geht und das freut mich ungemein!

 


Herzlichen Dank an den Starks Sture Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars!

An dieser Stelle möchte ich auch erwähnen, dass meine Meinung davon jedoch keinesfalls beeinflusst wurde. Ich behalte mir stets ein ehrliches Urteil vor.


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Kommentare: 7
  • #1

    Lisa Marie (Samstag, 11 November 2017 21:51)

    Oh ich weiß gar nicht was ich zu dem Buch sagen soll. Ich kann verstehen, dass man sich so etwas von der Seel schreiben muss, bzw. dass es eine große Hilfe ist, durch ein Buch auf den Weg der Genesung zu kommen. Aber ich glaube, ich könnte es nicht lesen.

  • #2

    Katrin (Samstag, 11 November 2017 23:54)

    Vielen Dank für deinen tollen Beitrag und die Einschätzung zu dem Buch, es ganz schreckliches und schwieriges Thema, dennoch ist es sicherlich auch sehr spannend diese Seiten zu lesen.

    Ganz viel Liebe,
    Katrin
    www.octobreinparis.de

  • #3

    Lea (Sonntag, 12 November 2017 15:42)

    Ohh das klingt ja gut ! Vor allem für die Winterzeit brauche ich noch ein paar Bücher ! ;)
    Liebste Grüße Lea

    www.estilo-bylea.com

  • #4

    Josie (Montag, 13 November 2017 11:48)

    Das Buch klingt wirklich super interessant! Werde ich auf jeden Fall mal auf meine Leseliste setzen :)

    xx
    Josie / <a href="https://warmwintersblog.blogspot.de/">Warm Winters</a>

  • #5

    Jana Zimmermann (Dienstag, 14 November 2017 06:49)

    Guten Morgen Janine, ich lese auch sehr gern Bücher, die, ich sage mal, meinen Horizont erweitern. Ich will dann einfach für mich etwas Neues lernen. Und ja, auch solche Krankheitsphänomene interessieren mich sehr. Ich wünsche Dir einen schönen Tag. Liebe Grüße Jana von magischefarbwelt.blogspot.de

  • #6

    Annika (Dienstag, 14 November 2017 17:58)

    Oh, ich finde das ist ein großartiger Buchtipp. Ich finde auch, dass man mal Bücher lesen kann um dazu zu lernen oder den eigenen Horizont zu erweitern. Lesen muss ja nicht immer nur einfach und spaßig sein :)

  • #7

    S.Mirli (Mittwoch, 15 November 2017 12:01)

    Meine liebe Janine, ENDLICH komme ich wieder auf deinen Blog und da hat sich ja einiges verändert, wahrscheinlich hat es deshalb die letzten Tage wieder nicht funktioniert, ich habe deine Beiträge wirklich schon vermisst und dann lese ich gleich den ersten und bin absolut gefesselt. Warum man solch ein Buch lesen sollte? Ich LIEBE genau solche Geschichten, weil das Leben eben nicht immer nur Sonnenschein ist und selbst wenn man selbst eher auf die Sonnenseite gefallen ist, es gibt auch andere Schicksale und wenn man mitfühlend und emphatisch ist, dann kann man sich auch diesen Geschichten öffnen. Das Buch landet sofort auf meiner Wunschliste und ich kann es kaum erwarten, es zu lesen. Vielen vielen Dank für den tollen Tipp, alles alles Liebe, x S.Mirli!
    http://www.mirlime.com


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